Widerstand

Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen

Springinsfeld antwortete / daß will ich nicht läugnen; gleichwol aber ists gewis / das alle Wolthaten die ein Weib dem Mann zuerzeigen plegt theur genug bezahlt werden müssen; ihre allerbeste Arbeiten die sie verrichten / verkindigen dem Mann eytel Kösten und beschwerliche Außgaben; dardurch das jenig was der Mann mit Mühe und Arbeit erworben / zum öfftern unnützlich verschwendet wird; hab ich ein Weib / so ist nichts gewissers / als daß mir ein jede von meinen Ducaten hinfort nit mehr als einen Thaler gilt; spinnet sie mir und ihr ein Stück Tuech an Leib / so mus ich Flachs / Woll und Weberlohn bezahlen; soll sie mir was kochen / so muß ich Speiß / Holtz / Saltz und Schmaltz sambt dem Kuchen-Geschirr herbey schaffen; wolte sie mir bachen / wer mus anders das Meel hergeben als eben ich? also auch / wer zahlt Holtz / Saiff und Wäscherlohn / wann sie mir und ihr das leinen Geräd säubern last? und wie gehts allererst / wann man mit einem Hauffen Kindern beladen wird? welches ich zwar nit erfahren habe / aber auch nicht zuerfahrn begehre; wann nemblich eins kranck: Das ander gesund: Das dritte faul: Das vierte muthwillig: Das fünffte eselhafftig und das sechste sonst widerspenstig / ungehorsamb und nichts nutz ist?

Mail an Martin Jucker
Zuletzt aktualisiert am 8. November 2004