Der Vortrag

Daniil Charms

Puskov sagte:
- Die Frau ist die Werkbank der Liebe, - und schon hatte er eine in der Fresse.

– Wieso? – fragte Puskov, da er aber auf seine Frage keine Antwort bekam, fuhr er fort:
– Ich meine: der Frau muß man von unten kommen. Frauen haben das gern und tun nur so, als ob sie es nicht gern hätten.

Da hauten sie Puskov wieder eine in die Fresse.

– Aber was ist denn los, Genossen! Dann sage ich eben nichts mehr, sagte Puskov aber nachdem er eine Viertelminute gewartet hatte er fort:
Die Frau ist so gebaut, daß sie ganz weich und feucht ist.

Da hauten sie Puskov wieder eine in die Fresse. Puskov versuchte, so zu tun als hätte er nichts bemerkt, und fuhr fort:
– Wenn man an einer Frau riecht…

Aber da hauten sie Puskov eine solche in die Fresse, daß er sich an die Wange griff und sagte:
– Genossen, unter solchen Umständen ist es unmöglich, einen Vortrag zu halten. Wenn sich das noch einmal wiederholt, werde ich schweigen.

Puskov wartete einige Sekunden und fuhr fort:
Wo war ich stehengeblieben? Ach, ja! Also: die Frau betrachtet sich gern. Sie setzt sich vor den Spiegel, völlig nackt…

Bei diesem Wort bekam Puskov wieder eine in die Fresse.

– Nackt, – wiederholte Puskov.

– Zack! Zack! Zack! – hauten sie ihm in die Fresse.

– Nackt! – rief Puskov.

– Zack! Zack! Zack! Zack! – bekam er die Fresse voll.

– Nackt! Eine nackte Frau! Ein nacktes Weib! – schrie Puskov.

– Zack! Zack! Zack! Zack! – bekam Puskov wieder welche in die Fresse.

– Ein nacktes Weib mit der Kelle in der Hand! – schrie Puskov.

– Zack! Zack! Zack! Zack! – hagelten die Schläge auf Puskov nieder.

– Weiberschwanz! – rief Puskov und suchte vor den Schlägen Deckung. – Nackte Nonne!

Aber hier schlugen sie Puskov so schrecklich, daß er das Bewußtsein verlor und wie vom Blitz getroffen zu Boden stürzte.


Mail an Martin Jucker
Zuletzt aktualisiert am 29. Jan 2001