Schluchz! oder Die tränenseligen Wanderungen des Franz Sternbald

Ludwig Tieck

[Die Seitennummern neben den Zitaten dienen nicht nur dem Verweis auf die Quelle, sie sollen auch zeigen, wie dicht dieser Landregen fiel.]

Er fiel dem Fragenden mit lautem Schluchzen um den Hals und ergoss sich in tausend Tränen, er zitterte, es war, als wenn ihm das Herz zerspringen wollte. Sebastian hielt ihn fest in seinen Armen, und musste mit ihm weinen … Seite 703

Jetzt wollte ich von Meister Albrecht [Dürer] Abschied nehmen, ich wollte so hart sein, und konnte vor Tränen nicht reden … 704

er sehnte sich nach der Einsamkeit, nach dem Walde, um dann von seinem Freunde enfernt seinen Schmerz ausweinen zu können. 706

Als Sebastian nach der Stadt zurückkehrte und Franz sich nun allein sah, liess er seinen Tränen ihren Lauf … 707

Sagt ihnen dann, dass wir viel von ihnen gesprochen haben, und dass mir noch die Tränen in den Augen stehen. alles bewegte ihn zu einem wehmütigen Mitleiden mit sich selber 711

Laß Dich manchmal, lieber Sebastian, von der guten freundlichen Natur anwehen, wenn es Dir in Deiner Brust zu enge wird, schau auf die Menschen je zuweilen hin, die im Strudel des Lebens am wenigsten bemerkt werden, und heiße die süße Frömmigkeit willkommen, die unter alten Eichen beim Schein der Abendsonne, wenn Heimchen zwitschern und Feldtauben girren, auf Dich niederkömmt. 716

Franz […] nahm kurz Abschied und ging mit weinenden Augen nach seiner Herberge. Hier hatte er auf seinem Fenster das Bildnis Albrecht Dürers aufgestellt, und als er in die Stube trat, fiel er laut weinend und klagend davor nieder und schloß es in seine Arme, drückte es an die Brust und bedeckte es mit Küssen. 720f.

Bei diesen Worten konnte er kaum seine Tränen zurückdrängen. «So seid Ihr ein Schüler des großen Mannes, meines teuren Albrechts?», rief der Alte wie entzückt aus, «o so seid mir von Herzen willkommen!» Er umarmte mit diesen Worten den jungen Mann, der nun seine schmerzliche Freude nicht mehr mäßigen konnte, laut schluchzte und ihm alles erzählte. 721

Mit einem Male brachen ihm die Tränen aus den Augen, er hörte vom Felde herüber eine einsame Schalmei eines Schäfers, und nun wußte er alles. 724

Als er so deutlich wieder an alles dieses dachte, als ihm einfiel, daß er es in so langer Zeit gänzlich vergessen hatte, setzte er sich in das grüne Gras nieder und weinte; er drückte sein heißes Gesicht an den Boden und küßte mit Zärtlichkeit die Blumen. 725

Jetzt schlug die Glocke im Dorfe. Er stand auf und trocknete sich die Augen, … 725

In der Stube sass die Mutter mit verbundenem Kopf und weinte; als sie ihn erkannte, weinte sie noch heftiger; … 726

Sie sahen sich stumm an, und nur Brigitte konnte weinen. … Die Tränen machten sie stumm und Franz tröstete sie. … Brigitte weinte von neuem. … Brigitte weinte und klagte laut am Grabe, … 728

… und da wieder alles liegen und stehn sah, wie ich es am frühen Morgen verlassen hatte, konnt ich mich der Tränen nicht enthalten, ob ich gleich sonst nie so weich gewesen bin. 732
[ein ganz harter Kerl]

— Ach nein! ich gehe nimmer zum vielgrünen Wald,
Das Lied der süssen Nachtigall schallt,
Und Tränen,
Und Sehnen
Bewegen die bange, die strebende Brust,
Im Walde, im Walde wohnt mir keine Lust,
Denn Sonnenschein,
Und hüpfende Vögelein,
Sind mir Marter und Pein! 749

Er drückte Lukas' Hand und sagte mit Tränen: … 760

… und Franz fiel seinem Meister mit Tränen an die Brust. … "O liebster, liebster Albrecht", schluchzte Franz, " … glaubt es meinen Tränen". 784

Er umarmte ihn freiwillig, und Franz fühlte, dass sein Meister weinte. 785

Soll ich harren? Soll mein Herz Endlich brechen? Soll ich niemals von dem Schmerz Meines Busens sprechen? … Leopold hörte aufmerksam dem rätselhaften Liede zu; dann ging er in den Wald hinein, und traf seinen Freund in Tränen. 795

Der weinende Freund sagte ihr, wer sich anbetend zu ihren Füssen niedergeworfen hatte, … Leopold sah ihm mit Tränen nach … 800

… «denn schon oft hat es mir Tränen ausgepresst, dass er mit den Ergiessungen seines Herzens Handel treibt, und oft von kalten Seelen in seiner Not die Begegnung eines Sklaven erfahren muss.» Franz hielt eine Weile still, weil er sich wirklich die Tränen abtrocknete, … 813

Ich fiel ihm weinend um den Hals … 821

Sternbald weinte … 822

«Gott im Himmel!» rief das Mädchen unter Tränen aus, indem sie sich auf das Ruhebett warf; «also ist es nun gewiß? Ich kann mich nicht mehr täuschen? Alles wird Wahrheit, schreckliche Wahrheit, was immer nur noch als düstre Ahndung mich umschwebte.» Tränen und Schluchzen erstickten ihre Sprache, … 825

Der junge Schmied erkannte den Maler sogleich wieder und hüllte sich weinend in die Kissen, als Franz von Sara sprach, und hörte, welch zärtliche Botschaft sie ihm sende. 826

Alle mussten über den Ungestüm des Jünglings lachen, und er selbst lachte von Herzen mit, obgleich ihm eine Träne im Auge stand. 847

«… ganz Rom war in Bewegung, und keiner von denen, die es [das Bild] sahen, konnte sich der Tränen enthalten» «Wessen Tränen», rief Franz aus, «sollten wohl bei solchem Anblicke nicht fließen? Was können wir denn den großen Kunstgeistern zum Dank anders widmen, als unser volles, entzücktes Herz, unsre andächtige Verehrung? Für diese unbefangene, kindliche Rührung, für diese völlige Hingebung unsers eigentümlichen Selbst, für diesen vollen Glauben an ihre edle Trefflichkeit haben sie gearbeitet; dies ist ihr größter und ihr einziger Lohn. Kommen mir doch jetzt die Tränen in die Augen, wenn ich mir den Abgeschiedenen da liegen denke, unter seinen Gemälden, …» 848

Mit einem tiefen Seufzer entfernte sie sich, sie sang drinnen einige wehmütige Töne, und kam in einem schwarzen Atlaskleide zurück, indem noch ein Tränchen, wie eine Perle, in den langen Wimpern hing. 873

Die Gräfin … liess das holdseligste Lächeln durch die weinenden Mienen scheinen. 874

… niemals kann ich wieder fröhlich sein, in diesen Tränen und Klagen werdet ihr mich immer finden. 876

Entfliehe der Mann doch diesen Klagen und Tränen eines schönen Weibes, diese Flut der geschmolzenen Perlen nimmt ihn unwiderstehlich mit, er tritt in die Vorhalle zum Herzen seiner Freundin und will bald selbst der Gegenstand ihrer Trauer und Tränen werden. 885

Er irrte umher, und warf sich endlich weinend an der dichtesten Stelle des Gehölzes nieder: die Worte, die ihn betäubt hatten, schallten noch immer in sein Ohr. … aller Gesang erinnert mich nur an sie, die fließenden Waldbäche hier ermuntern mich, immerfort zu weinen, so wie sie selber tun. 900

Franz trocknete sich die Tränen ab, er unterdrückte sein Schluchzen. 931

[Und jetzt kommt die Ueberraschung:]
Sternbald konnte seine Tränen nicht zurückhalten, … 939

Die Verworrenheit aller dieser Vorstellungen bemächtigte sich seiner so sehr, daß er zu weinen anfing, und keinen Gedanken erhaschte, der ihn trösten konnte. Ihm war, als wenn seine innerste Seele in den brennenden Tränen sich aus seinen Augen hinausweinte, … 956

[und zum Schluss ein bewegendes HappyEnd:]
Nun konnte Franz sich nicht länger aufrecht halten, er sank vor der schönen bewegten Gestalt in die Knie, weinend küßte er ihre Hände … Er sank mit dem Kopf in ihren Schoß, ihr holdes Gesicht auf ihn herabgebeugt, das Waldhorn phantasierte mit herzdurchdringenden Tönen, er drückte sie an sich und küßte sie, sie schloß sich fester an ihn, beide verloren sich im staunenden Entzücken. 982f.

Mail an Martin Jucker
Zuletzt aktualisiert am 13. September 2006