Lektüre-Empfehlungen für Kinder

Ulrich Bräker

es ist eine ewige schande fur die christliche kirchen, das so ville unnütze schädliche, heidnische, und teüfflische, schrifften und bücher gedrukt und gedultet werden. der gerechte richter, wird die urheber derselben schon zufinden wüsen. darum wil ich euch ernstlich gewarnet haben meine lieben kinder, vor solchen heidnischen ja teüfflischen bücheren. als da sind romanische, erdichtete liebes geschichten, huren geschichten, liebes, oder huren lieder, alle erlogne gottlosen erzehlungen und erdichtungen. alle schwartze kunst und zauber, oder teüffels blend=büchlein. alle pasquilantische, schmäl= und lester schrifften, über andere ständ und personen.

vor allen disen bücheren hüttet each, dan sey sind eine pest der seelen, ein teüfflisches gifft, das mit keinem lieb mehr auß dem gedächtnus zu vertriben ist, und der seelen unersetzlichen schaden bringt, wie auch alle außwendig gelehrnte posen, faule stük und reimen, welche die jugent vil lieber lehrt als gutte lieder. flihet dise lotterfallen des satans, der die jugent listiglich darmit zufangen pflegt. ach der faullen striken des satans, der junge leüthe so sehr mit disem teüfels gifft bezauberen kan, das sey listiglich in seinen striken gefangen werden, und als seine sclaven gebraucht werden, das sey auch andere mit disem ansteken. u bis ins alter nicht loß werden könen.

was aber die anderen, die minder schadlich sind, als etwan esopische und andere fablen, sind auch nicht vil nutz.

Mail an Martin Jucker
Zuletzt aktualisiert am 4. Januar 2006