Kabeljau

Herman Melville

Das Gasthaus Zum Trankessel war das fischigste aller Fischhäuser und trug seinen Namen völlig zu Recht, denn die Kessel standen ständig unter Feuer. Chowder zum Frühstück und Chowder zu Mittag und Chowder zu Abend, bis man allmählich nach Gräten Ausschau hielt, die einem durch die Kleider stächen. Muschelschalen pflasterten die freie Fläche vor dem Hause. Mrs. Hussey trug eine Halskette aus polierten Kabeljauwirbeln, Hosea Hussey hatte seine Rechnungsbücher in bestes altes Haifischleder binden lassen. Auch die Milch schmeckte fischig, was ich mir überhaupt nicht erklären konnte, bis ich eines Morgens zufällig am Strand zwischen ein paar Fischerbooten umherspazierte und Hoseas buntgescheckte Kuh sah, wie sie über den Sand trottete und sich an Fischresten gütlich tat, jeden Huf in einen abgehackten Kabeljaukopf gesteckt. Derart beschuht, sah sie recht schlampig aus, das kann ich euch versichern.

Mail an Martin Jucker
Zuletzt aktualisiert am 18. Dezember 2004