Alles klar!

«Die Filiation, mittels der sich während der langen Rechtsgeschichte die soziale, religiöse und individuelle Konsistenz und Kontinuität in unsere Leiber und Seele eingeschrieben hat, erweist sich dabei als erhellend, und zwar buchstäblich.» Text Kritische Beiträge 3/1997 S. 146

«Der Therapeut wird wohl oft aufgesucht, weil viele Menschen heute ihre subtil-energetischen Anlagen ahnen und hoffen, durch einen gemeinsamen Prozess, durch ein Sich-Öffnen-Lernen auf ein Du hin, sich neue Möglichkeiten zu erschliessen. Der Therapeut kann durch das Fliessenlassen seiner Aufmerksamkeitsenergie, durch das energetische Stützen gemäss seinem eigenen Subtilitätsniveau, dem Patienten helfen, weitere mögliche Resonanzen zu entwickeln und neue Varianten zu spüren. […] Durch Öffnen der subtilen Wahrnehmungsorganisation kann ein gemeinsames Oszillieren der Energiefelder beider entstehen, welches über Sympathie, über gemeinsames Fühlen zur Empathie, zum Hineinfühlen und zum Hineinschwingen in den anderen gehen kann.» Annie Berner-Hürbin: Eros, die subtile Energie, Schwabe & Co. AG Basel 1989, S. 220

«Das mittel des Gestaltens ist das Werk. Der Gestaltende stellt ein neues körperliches, einen vom verursacher losgelösten organismus ins dasein, der auf der unlöslichen vereinigung eines inneren gesichtes mit einem stoffmittel beruht, der nach der natur seines stoffmittels beweglich oder unbeweglich, mehr zeitlich oder mehr räumlich bedingt sein kann, aber unaufhörlich von schlagenden pulsen durchströmt ist, und die von ihm berührten menschlichen sinne mit dem rhythmus seiner pulse durchdringt und mit dem samen seines lebens schwängert.» Friedrich Wolters: Richtlinien, in: Die Deutsche Literatur vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert Band VII; dtv Oktober 1988; S. 371

«Die nachweisbar elaborierte Konstruktion der Fiktion, die man getrost als qualitativ hochwertig prädikatieren kann, begründet die propädeutische Annahme, daß das narrative Geschick des Autors auch den übrigen Teilen des Textes eingeschrieben ist.» Frank Möbus: Von «Faust» zu Faust. Wechselspiele zwischen Fiktion und Faktizität. Göttingen 1997. 33
[Gefunden im «Schofel-Archiv» von Ch. Wagenknecht, das auch sonst eine wahre Fundgrube für dergleichen ist (s. auch die nächsten beiden Einträge) – leider ist es online nicht mehr verfügbar, bzw. es ist an einen Ort verschoben worden, den ich nicht finde.]

«David Wellbery hat konkret die Funktion des Mundes in Lessings ‹Laokoon› untersucht und vorgeschlagen, diese Öffnung als tabuisiertes Analogon zur Leibesöffnung des Muttermundes im Moment der menschlichen Geburt zu deuten. Eine viel näher liegende Lesart wurde meines Wissens bislang nicht erwogen: Laokoons aufgerissener Mund – so mein Vorschlag – läßt sich als metonymische Verschiebung seiner Flankenwunde verstehen.» Irmela Marei Krüger-Fürhoff: Den verwundeten Körper lesen. In: Kleist-Jahrbuch 1998. 23.

[ein letztes Beispiel aus dem Schofel-Archiv – es könnte füglich auch in einer der anderen Rubriken aufgeführt werden:]

«Sie [die Literatur der Moderne] bewegt sich in einem Zwischen- und Zwitterbereich, der keinen kanonischen und keinen verbürgbaren Namen mehr trägt. Vor ihr muß sich die Frage ‹Was heißt Literatur?› und ‹Was heißt Moderne?› verwandeln in die anderen: ‹Was heißt Heißen?› und ‹Heißt Heißen? Heißt es, Heißen?›» Werner Hamacher: Entferntes Verstehen. Studien zu Philosophie und Literatur von Kant bis Celan. Frankfurt a. M. 1998. 281

[Und hier ein Beispiel aus einem ganz anderen Bereich]

«Das in Haufenpoltern zopfbündig vorkonzentrierte Stammholz wird im Zuge der Entrindung durch die Entrindungsmaschine in Lagern gepoltert.» Wald und Holz, Zeitschrift für Wald, […] 2/2001 S. 37

«Neue Menschen, von Gorki als MENSCH in Grossbuchstaben emphatisch propagiert, der sich durch seinen Willen in der Arbeit verwirklicht, wollte der Sowjetstaat schaffen, die eine neue Zivilisation bevölkern sollten.» Brigitte Studer …: Der stalinistische Parteikader, Köln, Weimar, Wien 2001; zit. nach NZZ Nr. 110 vom 15.5.2001 S. 62

«Mit der Propagierung der Homo-Ehe werden die Jugendlichen in ihrer Meinung so beeinflusst, dass die Homosexualität biologisch oder psychologisch determiniert und damit in jedem Fall unveränderlich sei, und demzufolge das Ausleben der Homosexualität als einzige Möglichkeit propagiert wird.»
Erkenntnisse von Gerhard Fischer, Bäretswil; Landwirt, EVP-Kantonsrat und Möchtegern-Regierungsrat 2003, zum Registrierungsgesetz – zit. nach Tagesanzeiger vom 3.8.02 S. 17.

«Die Diskursivierung des Tanzes wird insofern zur dominanten Leserichtung, als den Tanzmotiven selbst die ‚Legende als Zeichenerklärung‘ eingeschrieben ist; in diesem Zusammenhang schreibt die Novelle ihre Legende kartographisch mit und erstellt damit eine subtextuelle Lesekarte. Diese (tanz-)kartographische Rezeptionsperspektive nimmt die in der Novelle beschriebenen Tanzphänomene als Semiotisierungen wahr, was diese nicht nur zu, sondern auch in ihrer Eigenschaft als ‚Zeichen erklärt‘.» [wer käme wohl unvorbereitet auf die Idee, dass hier von Gottfried Kellers ‹Tanzlegendchen› die Rede ist?] Peter Stamer: Tanz/Legende, zit. nach http://www.gottfriedkeller.ch/aufsatz/tanzlegende.htm; 2001

«Aber die CFOs täten auch im eigenen Interesse gut daran, ihre Tool-Lieferanten jetzt zu realistischeren Preisen zu bewegen. Denn wenn diese sich in naher Zukunft einmal in Form von Corporate oder Business Performance Management (CPM, BPM) in einer zusätzlichen Ebene über ERP, CRM und SCM direkt in den Steuerungszentralen der Unternehmen breitgemacht haben, könnten sonst die heute noch verhältnismässig bescheidenen BI-Ausgaben schnell einmal in astronomische Höhen wachsen.» Daniel Meierhans in: Infoweek, das IT-Magazin für die Schweiz Nr 07, 5. April 2004, S. 3

Mail an Martin Jucker
Zuletzt aktualisiert am 8. Apr 2004